h1

Claus G. Keidel — Bergwetter: Das Handbuch für Wanderer und Bergsteiger. Wettersituationen und Gefahren richtig einschätzen

29. November 2009

In diesem Buch aus dem Verlag Bruckmann dreht sich alles rund um das Thema Wetter. Auf 192 Seiten erfährt man viel über die wichtige Thematik im Bereich des Bergsteigens und Bergwanderns. Als Neueinsteiger auf diesem Gebiet tut man sich mit diesem Buch etwas schwer. Es ist sehr umfassend und tiefgreifend geschrieben. Ein gewisses Vorwissen zum besseren Verständnis der teils schweren Thematik ist hier sehr hilfreich. Hat man den Faden erst einmal gefunden und sich eingelesen, erfährt man in diesem Werk alles Wichtige über das Bergwetter und die Wetterentwicklung.

h1

Jörg Kachelmann und Siegfried Schöpfer — Wie wird das Wetter?: Eine leicht verständliche Einführung für jedermann

24. Oktober 2009

Wie wird denn nun das Wetter? Bleibt es schön und trocken, oder deuten die aufziehenden Wolken auf Regen hin. Wann wird das Wetter schlechter? In den nächsten Minuten, oder doch erst in den kommenden Tagen?
Mit diesem Buch bekommt man eine leichte verständliche Einführung in die große und komplexe Thematik, Wetter. Schon nach den ersten Kapiteln merkt man schnell, dass es gar nicht so schwer das Wetter vorher zu sagen, bzw. die Wolken am Himmel richtig zu deuten. Auch mit den ein oder anderen „Weisheiten“ räumt dieses Buch auf und erklärt den wahren Hintergrund.
Ein sehr lohnenswertes und licht verständliches Buch das man im Alltag und bei Wanderungen immer gebrauchen kann.

h1

Hohes Brett und Hoher Göll – Berchtesgadener Alpen

27. September 2009

Bei herrlichem Wetter startet diese anspruchsvolle Tour um 7:00 Uhr am Parkplatz Hinterbrand. Der große Wanderparkplatz liegt unterhalb der Jennerbahn-Mittelstation. Das Parkticket für 24 Stunden kostet 2 Euro.
Der Weg führt zunächst Richtung Mittelstation. Vor der Mittelstation zweigt links ein steilerer Pfad ab, der geradewegs über die Krautkaser-Alm, immer Richtung Jenner-Gipfel führt.
IMG_2539
Unterhalb der Mitterkaser-Alm trifft der Weg wieder auf den Normalweg. Oberhalb der Mitterkaser-Alm verlasse ich den Weg zum Jenner und folge nun dem Weg Richtung Carl von Stahl-Haus.
Hinter dem Haus beginnt der Aufstieg zum Hohen Brett. Sollte man sich unter den ersten Bergsteigern des Tages befinden, so stehen die Chancen gut, Gämsen zu Gesicht zu bekommen. Der Weg führt steinig und teils steil, auf losem Geröll, zunächst zum Jägerkreuz, unterhalb des Gipfels. Die schwierigen Stellen dieser Route sind mit Drahtseilen versichert. Am Jägerkreuz angekommen sieht man zum ersten Mal das komplette Plateau, welches dem Hohen Brett seinen wohlverdienten Namen gibt.
IMG_2556
IMG_2613
Nach einer kurzen Pause beginnt nun mit dem Weg zum Hohen Göll, der anspruchsvollere Teil der Tour. Anfänglich geht es noch gemächlich über das Hohe Brett, doch schnell befinde ich auf dem Grat der sich über mehrere Erhebungen Richtung Hoher Göll zieht. Zwar sind die Schlüsselstellen mit Drahtseilen versichert, doch gibt es einige Stellen die das nicht sind. Gerade wenn man sich auf dem Grat befindet und keine Seile vorhanden sind, sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ein absolutes Muss. Nach einigem Auf und Ab mit leichten Kletterpassagen befinde ich mich schließlich vor dem letzten Anstieg. Die letzten 180 Höhenmeter führen in mehreren Kehren ein Geröllfeld hinauf. Nachdem der letzte kleine Gipfel passiert ist, ist der Gipfel des Göll nun endlich in greifbarer Nähe. Die letzten Meter führen zunächst flach und später steil hinauf auf den Gipfel. Obwohl schon einige Bergsteiger heute unterwegs sind, habe ich keine Probleme auf dem Gipfel einen Platz zu finden um mich kurz auszuruhen. Der Blick schweift zurück zum hohen Brett. 1 1/2 Stunden habe ich vom Brett bis zum Göll gebraucht. Weder auf der Karte noch in natura sieht das so viel aus, aber durch das ständige Auf und Ab und die Kletterpassagen, zieht sich der Weg in die Länge.
IMG_2621
IMG_2628
Der Abstieg folgt der Route des Aufstiegs. Wieder komme ich an den Kletterstellen vorbei, die ich nun in umgekehrter Reihenfolge durchsteige. Noch eine kurze Pause auf dem Hohen Brett und dann geht es runter zum Carl von Stahl-Haus. Nach einer kurzen „Suppenpause“ geht es wieder an den Abstieg. Diesmal nehme ich nicht die kürzere Variante vom Morgen, sondern folge ab der Mitterkaser-Alm dem Normalweg, der im Gegensatz zur kurzen Variante einen Bogen macht bevor er zur Mittelstation führt. Gegen 16:00 Uhr komme ich wieder am Parkplatz Hinterbrand an. Bei traumhaftem Wetter geht eine herrliche und anspruchsvolle Tour zu Ende. Diese Tour bin ich bestimmt nicht das letzte Mal gegangen.

h1

Hochstaufen 2. Teil

25. September 2009

Auch wenn das Wetter heute nicht optimal war, so war es doch zumindest trocken und nicht zu kalt. Von Bad Reichenhall war der Hochstaufen am Morgen immer mal wieder zu sehen. Die meiste Zeit lag der Gipfel aber in Wolken und Nebel. Gegen 12:00 Uhr packe ich meine Sachen und machte mich auf den Weg zur Padinger Alm. Dort stellte ich mein Auto auf dem Wanderparkplatz ab und begann mit dem Aufstieg. Da ich heute wesentlich mehr Zeit hatte und das Wetter zu halten schien, nahm ich die zweite Wegvariante auf den Hochstaufen; über den Steinernen Jäger führt ein wesentlich anspruchsvollerer Weg auf den Gipfel.
Den ersten Teil der Strecke legt man in dichtem Wald zurück. Der Weg ist teils steil und gerade bei nassem Boden muss man aufpassen, dass man auf den vielen Wurzeln nicht ausrutscht. Dass dieser Weg nicht so oft begangen wird macht sich schnell bemerkbar. Während des gesamten Aufstiegs sind mir lediglich zwei Leute entgegen gekommen. Nach einiger Zeit wird der Weg immer steiniger und steiler.
IMG_2530
Mit verlassen des Waldes beginnt der eigentliche Steig. Hier gibt es keine Seilversicherungen und keine Geländer. Wer nicht schwindelfrei ist und keinen sicheren Tritt hat sollte hier besser wieder umdrehen. Zwar gibt es keine schwierigen Kletterstellen, aber die Hände muss man doch einige Male zur Hilfe nehmen. Leider verdeckt der Nebel die tiefen Blicke ins Tal. Wenn die Sicht allerdings mal etwas aufklart, so kann man sehr gut den weiteren Verlauf des gut markierten Weges erkennen. Dieser schlängelt sich immer entlang der Wand, hinauf Richtung Reichenhaller Haus.
IMG_2534
Nach knapp zwei Stunden kam ich am Reichenhaller Haus an. Der Nebel hatte sich immer noch nicht verzogen und die Sichtweite lag bei 50 Meter. Den Weg zum greifbar nahen Gipfel sparte ich mir aus diesem Grund und legte lieber eine kleine Pause mit Brotzeit an der Hütte ein. Mit 12 Grad war es hier oben auf 1750m deutlich kühler als im Tal.
Nach der Rast ging es wieder an den Abstieg. Aufgrund dessen, dass dieser Weg heute kaum begangen wurde, konnte ich beim Abstieg noch ein paar Gämsen beobachten. Diese hatte ich auch schon beim Aufstieg gesehen, jedoch war der Nebel zu dicht um gute Fotos zu machen.
IMG_2538

h1

Hochstaufen – Chiemgauer Alpen

15. September 2009

Nach dem verregneten Wochenende ist das Wetter heute optimal. Wer weiß wie lange es so bleibt und bevor es zu spät ist, geht es mal wieder hoch hinaus.
Mit 1771m ist der Hochstaufen nur ein paar Meter kleiner als sein direkter Nachbar, der Zwiesel, aber aufgrund seiner Lage ist er ein echter Blickfang. 10 verschiedene Wege, in allen Schwierigkeitsgraden, führen auf den Bad Reichenhaller Hausberg. Da ich heute nicht viel Zeit habe, entscheide ich mich für eine einfache Variante.
Los geht es in Bad Reichenhall. Von hier führt der Weg über den Ortsteil Nonn hinauf zur Padinger Alm. Hier beginnt der eigentliche Wanderweg hinauf auf den Oberstaufen und zu dem sehr exponiert gelegenen Reichenhaller Haus. Kurz nach der Padinger Alm hat man die Wahl entweder die einfache Variante über die Bartlmahd zu wählen, oder man entscheidet sich für die anspruchsvollere Version über den Steinernen Jäger. Hier ist allerdings Trittsicherheit und eine gewisse Erfahrung Voraussetzung (zumindest wenn man dem Schild an der Weggabelung Glauben schenken darf). Zudem dauert der Anstieg über den Steinernen Jäger länger. Wie schon erwähnt, habe ich mich aus Zeitgründen und weil ich nur leichte Schuhe dabei hatte, für den Aufstieg über die Bartlmahd entschieden. Der Weg führt am Anfang durch den schattigen Wald und mit erreichen der Baumgrenze wird der Untergrund zunehmend steiniger. Sobald man aus dem Wald heraus kommt werden die ersten Blicke auf Bad Reichenhall und die umliegenden Berge frei. Das Panorama ist dem vom Aufstieg auf den Zwiesel sehr ähnlich; schließlich liegen die Berge ja nicht weit auseinander. Steinig führt der Weg immer weiter nach oben zum, noch nicht sichtbaren, Gipfel und dem darunter liegenden Reichenhaller Haus. Nach 2:02 Stunden erreiche ich, leicht außer Atem, den Gipfel. Im Normalfall benötigt man 3 – 3 1/2 Stunden für den Aufstieg wenn man sich Zeit lässt, aber die hatte ich ja nicht.
IMG_2502
IMG_2511
Auf dem Weg Rückweg gönne ich mir noch eine kurze Pause am Reichenhaller Haus, bevor es im flotten Tempo wieder nach unten geht.
IMG_2515
IMG_2518
Mal schauen wann ich mich an einen der anderen Aufstiegswege mache. aber dann mit mehr Zeit.

h1

Jon Krakauer — In eisige Höhen: Das Drama am Mount Everest

13. September 2009

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite schildert der Journalist und Bergsteiger Jon Krakauer seine Erlebnisse von der Besteigung des Everest im Jahr 1996. Als Mitglied der „tödlichsten Expedition“ des Everest schildert er die Vorfälle von der Ankunft im Basislager bis zur Rückkehr nach der verlustreichen Besteigung.
Das Buch macht deutlich, wie schnell und unvorhergesehen sich das Wetter ändern kann. Es zeigt, wie unerfahren manche Bergsteiger sich auf den Gipfel des höchsten Berges der Welt wagen und sich teilweise von ihren Bergführern hochschleppen lassen. Es zeigt, dass viele Bergsteiger ihre Moral im Basislager zurück lassen, es aber auch zum Glück solche gibt, die ihre eigenen Ziele hinten anstellen um den Kameraden zu helfen. Dieses Buch zeigt, wie groß der Überlebenswillen eines einzelnen sein kann, wenn er sich in einer hoffnungslosen Situation befindet.
In der Welt der Berge gelten andere Gesetze.

h1

Hochschlegel – Lattengebirge

10. September 2009

Heute ging es auf den 1688m hohen Hochschlegel. Blickt man von Bad Reichenhall aus auf den Predigtstuhl mit der Predigtstuhlbahn, so befindet sich der Hochschlegel, nicht einsehbar, genau hintendran.
Der Aufstieg beginnt am Wanderparkplatz in Bayerisch Gmain. Der Weg führt anfangs durch den schattigen, kühlen Wald und wird mit zunehmender Höhe immer steiler. Über den Alpgartensteig windet sich der Weg, leicht ausgesetzt, aber gut mit Leitern und Drahtseilen versichert, nach oben.
IMG_2477
Zwischen den Wänden steigen wir bis knapp unterhalb dem Gasthaus an der Schlegelmulde immer schön im Schatten auf. Leider ist die Sicht nicht gerade optimal und Salzburg ist im dichten Morgendunst nur sehr schwach zu erkennen. Nach einer kleinen Rast und gut gestärkt geht es anschließend die letzten Höhenmeter Richtung Gipfel.
IMG_2481
IMG_2487
Langsam ziehen Wolken auf und die Sicht auf den Hochstaufen und den Zwiesel ist leider nicht optimal. Auch lässt sich aufgrund des Untersberges nicht so weit ins Berchtesgadener Land hinein sehen wie vom Gipfel des Zwiesels. Nach den obligatorischen Fotos auf dem Gipfel geht es wieder bergab ins Tal. Vorbei an der Schlegelalm geht es über einen Steig, der nicht auf jeder Karte eingezeichnet ist, hinunter. Während die Predigstuhlbahn fleißig links von uns immer schön hoch und runter fährt, schlängelt sich der schmale Weg, mal steil, mal schön eben und flach, nach unten. Mit erreichen des Waldes lässt sich auch der Weg wieder etwas angenehmer laufen und bald darauf ist Bad Reichenhall in greifbarer Nähe.
Leider hat das Wetter heute nicht zu 100 Prozent mitgespielt, aber auch bei bester Sicht bietet der Hochsclegel bei weitem nicht so einen schönen Ausblick auf die umliegenden Berge wie zum Beispiel der Zwiesel. Dafür ist der Weg etwas anspruchsvoller und steiler.

h1

Zwiesel – Chiemgauer Alpen

1. September 2009

Sofern der Wetterbericht Recht behält, soll es ab morgen wieder schlechter werden. Also, muss ich heute noch mal auf den Berg.
Ziel ist der 1782m hohe Zwiesel, der von Bad Reichenhall bequem zu Fuß zu erreichen ist. Um 15:00 Uhr startet meine Tour, diesmal wieder mit Trekking-Stöcken, aber immer noch mit leichtem Rucksack und Turnschuhen. Den Weg bis zur, unterhalb des Gipfels gelegenen, Zwiesel-Alm kenne ich noch von meiner Tour auf dem Maximiliansweg vom letzten Jahr. Von der Alm aus ist es nur noch 1 Stunde (gemäß dem Wegweiser) bis zum Gipfel.
Wie immer war ich mal wieder etwas schneller unterwegs (was die Trekking-Stöcke doch ausmachen) und erreichte den Gipfel um 17:00 Uhr.
Nur in der Ferne waren ein paar Wolken zu erkennen; ansonsten war der Himmel wolkenlos. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf die Berchtesgadener Alpen und in die andere Richtung bis zum Chiemsee. Die Ruhe auf dem Gipfel ist herrlich. Keine Menschenseele weit und breit. Den Sonnenuntergang hebe ich mir für ein anderes Mal auf und so steige ich nach 1 1/2 Stunden wieder ab und erreiche gegen 20:00 Uhr wieder meinen Ausgangspunkt in Bad Reichenhall.
Auf diesem Gipfel habe ich nicht das letzte Mal gestanden.
IMG_2397
IMG_2431

h1

Grünstein – Berchtesgadener Alpen

30. August 2009

Mit 1304m gehört der Grünstein zu den kleineren Bergen dieser Gegend, aber seine vorgelagerte Position direkt vor dem Watzmann-Massiv bitte herrliche Blicke auf die umliegenden Berge und die weiten Täler.
Die Tour startet an der Bobbahn direkt am Königssee. Die 2 1/2 Stunden die auf dem Schild angegeben sind, sind gut gemeint, interessieren mich heute aber recht wenig. Mein Ziel ist es, den Grünstein so schnell wie möglich zu besteigen. Ich will mal schauen wie lange ich brauch und dann in unregelmäßigen Abständen versuchen diese Zeit zu unterbieten.
IMG_2242
Meine Bergstiefel habe ich heute zu Hause gelassen. Stattdessen trage ich meine Laufschuhe. Der Rucksack wiegt insgesamt nur knapp über 6 Kilo (für das Vorhaben immer noch zu viel) und die Trekkingstöcke durften auch nicht mit. Das Wetter ist optimal und so geht es im lockeren Laufschritt immer entlang der Bobbahn. Nach den ersten Minuten merke ich schnell, dass die Art von Belastung für den Körper etwas ganz neues ist. Mir geht die Puste aus; es fehlen einfach die geraden Strecken auf denen sich mein Körper beim normalen Laufen etwas erholen kann. Also schraube ich das Tempo nach unten und gehe über in den schnellen Schritt. So komme ich wesentlich besser voran, muss aber dennoch nach knappen 30 Minuten eine kurze Pause einlegen. Trotz aller Strapazen erreiche ich den Gipfel nach 57:11 Minuten. Für 700 Höhenmeter in diesem Gelände ist das keine schlechte Zeit, aber definitiv noch ausbaufähig. Mal schauen was die nächsten Wochen so bringen.
IMG_2258
IMG_2285
Auf dem Gipfel gönne ich mir zuerst mal eine ausgiebige Pause. Da es noch viel zu früh ist um schon wieder abzusteigen beschließe ich noch einen Abstecher zur Archenkanzel zu machen. Das ist ein sehr schöner Aussichtspunkt mit herrlichen Tiefblicken auf den Königssee und St. Bartholomä.
IMG_2325
Anschließend geht es weiter zur Kührointhütte am Watzmann wo ich mir eine kleine Brotzeit gönne bevor ich mich wieder an den Abstieg Richtung Königssee mache. Am Ausgangspunkt der Tour angekommen mache ich noch einen kurzen Umweg zum Malerwinkel, ebenfalls ein Aussichtspunkt, um noch ein letztes Foto vom Königssee und St. Bartholomä zu schießen.
IMG_2389

h1

Zugspitze – Wettersteingebirge

24. August 2009

Tansania, Japan; und nun war der höchste Berg Deutschlands im Visier. Zusammen mit Tobi sollte das 2962m hohe Dach Deutschlands in zwei Tagen bestiegen werden.
Gegen 12:00 Uhr kamen wir am Samstag in Garmisch Partenkirchen am Skistadion an. Das Wetter war wechselhaft. Nebel und dichte Wolken erschwerten die Sicht und immer wieder fing es an zu regnen. Auf dem Weg hierher hatten wir stellenweise schon so starken Regen, dass wir auf der Autobahn nur 70 fahren konnten.
Gut gerüstet gegen alle Wetterbedingungen ging es zuerst durch die Partnachklamm.
IMG_2120
Bei gutem Wetter ist hier bestimmt die Hölle los, aber bei diesem Wetter hielt sich der Andrang eher in Grenzen. Uns kam das wie gelegen, denn umso schneller ging es für uns durch die enge Schlucht.
Entlang der Partnach ging der Weg nach dem Ausstieg aus der Klamm weiter. Anfänglich im Wald, später auf der freien Fläche, zog sich der Weg durch das Reintal. Bei gutem Wetter und wolkenlosem Himmel hätte die Sonne unaufhörlich auf uns eingebrannt. So konnte man diesem wechselhaften Wetter wenigstens etwas Gutes abgewinnen.
IMG_2130Leider konnten wir aufgrund des teilweise dichten Nebels unser Ziel nicht erkennen und so zog sich der Weg endlos, gefühlte 10 Stunden den Berg hinauf. Nach fünf Stunden war unser Tagesziel, die auf 2052m gelegene Knorrhütte, erreicht.
IMG_2132
Zum Glück hatten wir im Vorfeld zwei Betten reserviert, denn die Hütte war ausgebucht. Nachdem wir die nassen Klamotten gewechselt hatten ging es in die gut gefüllte Gaststube, wo wir den Abend nach einem guten Essen mit ein paar Weißbieren ausklingen ließen.

Ein Blick aus dem Fenster um 06:30 Uhr am nächsten Morgen verschaffte Gewissheit. Der Wetterbericht hatte mal wieder Recht und es schien ein traumhafter Tag zu werden. Wolkenloser Himmel und angenehme Temperaturen sorgten für Vorfreude auf den bevorstehenden Gipfel.
IMG_2139Nach einem kleinen Frühstück ging die Tour los. Neben der Hütte führte der Weg hinauf immer Richtung Gipfel, der zwar von hier noch nicht zu sehen, aber zumindest zu erahnen war. Etwas weiter oben reichte der Blick bis weit in die Ferne. Keine Wolken, nur einzelne Hochnebelfelder waren zu erkennen. Der Weg und die Gegend erinnert an das Steinerne Meer, mit seinen kargen Felsen und dem vielen Geröll.
IMG_2151
Immer wieder konnte man in der Ferne neue Gipfel erkennen und nach kurzer Zeit kam auch der Gipfel der Zugspitze in Sichtweite. Mit der aufgehenden Sonne wurde es allmählich immer wärmer. Nach ca. 2 Stunden, gegen 09:00 Uhr, waren wir am Zugspitzplatt angekommen. Von hier fährt für die Leute die sich den restlichen Aufstieg ersparen wollen eine Bergbahn zum Gipfel.
IMG_2173Wir ließen die Bahn natürlich außer Acht und stiegen weiter auf. Zuerst ging es in Kehren über ein steiles Geröllfeld, bis wir an den Einstieg zum letzten Teilstück kamen. Von hier an ging es, gut mit Drahtseilen versichert, die letzte Passage, auf zum Gipfelplateau. Teils entlang der Wand, teils entlang des Gipfelgrates erfordert dieses Stück Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
IMG_2176
Um 10:00 Uhr, nach knappen 3 Stunden waren wir endlich am Ziel. Das Dach Deutschlands war erreicht. Auf dem perfekt ausgebauten Gipfelplateau mit Sonnenterasse, Berghütte, Seilbahnbergstationen, Restaurant etc. tummelten sich schon etliche Touristen. Durch ein kleines Tor führte das letzte Stück bis zum Gipfelkreuz. Ein Warnschild weist auf alpine Gefahren hin und dient wohl dazu, die letzten unschlüssigen Touristen von der Gipfelbesteigung abzuhalten. Über einen kleinen Grat führt der Weg an eine ca. 4 Meter hohe Leiter. Erst nachdem man diese Leiter hinaufgeklettert ist, kommt man auf das letzte kleine Stück Grat, das direkt zum Gipfelkreuz führt.
IMG_2195
IMG_2196
Am Gipfelkreuz angekommen bleibt wenig Zeit. Aussicht genießen, Foto machen und wieder zurück. Der Andrang ist groß und unendlich viel Platz ist hier nicht gerade.
Nach einer kurzen Pause und einem kleinen Kaiserschmarrn geht es wieder an den Abstieg. Zuerst entlang des Versicherten Grates und dann abwärts auf dem steilen Geröllfeld. Unten angekommen schweift der Blick zurück und wir betrachten nochmals das letzte Teilstück der Besteigung.
IMG_2217
Entlang der Aufstiegsroute ging es wieder zurück zur Knorrhütte. Der Weg zur Knorrhütte war sehr gut frequentiert. Nicht nur viele Leute die bereits wie wir auf dem Rückweg waren, sondern auch viele Leute die noch auf dem Weg zum Gipfel waren kamen uns entgegen. In der prallen Sonne, bei diesen Temperaturen ist der Aufstieg bestimmt nicht gerade angenehm.
Wir waren zum Glück schon am Abstieg und hatten es da nicht ganz so schwer; aber der Weg zog sich. Er schien viel länger zu sein als gestern und irgendwie wollte er kein Ende nehmen.
IMG_2226
Gegen 14:00 Uhr kamen wir an der Reintalangerhütte an, wo wir uns erst einmal eine Kleinigkeit zum Essen gönnten. Gut gestärkte ging der Abstieg weiter. Der Weg schien sich immer noch ins Unendliche zu ziehen und wollte einfach nicht enden. Nach 6 1/2 Stunden Gehzeit kamen wir gegen 18:00 endlich am Parkplatz an. Es war geschafft. Der höchste Berg Deutschlands war bestiegen und wir konnten unseren Füßen endlich mal eine Auszeit gönnen.
Eine sehr schöne Tour geht zu Ende. Hinter uns liegen zwei herrliche Tage mit vielen Eindrücken und bestem Wetter. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Menschen am Berg ganz anders sind als die Menschen im Tal. Egal ob Einheimischer oder Tourist, ob Deutscher oder Ausländer, am Berg grüßt dich jeder, ob er dich versteht oder nicht. Kaum waren wir im Tal angekommen, war es eher eine Seltenheit, dass das „Servus“ erwidert wurde.
Woran das liegen mag? Vielleicht liegt es an der Zufriedenheit und der Ausgeglichenheit der Menschen am Berg! Wer weiß das schon?

  • Themen

  • Meta

  • Meine Fotos

    Hohes Brett (Gipfel)

    Hohes Brett (Jägerkreuz)

    IMG_2630

    IMG_2574

    IMG_2579

    IMG_2580

    IMG_2596

    IMG_2600

    IMG_2609

    IMG_2612

    More Photos